Landkreis Celle untersagt Nutzung von rechtsextremem "Heimathof"

Der Landkreis Celle hat die Nutzung des von der rechtsextremen Partei "Die Heimat" betriebenen Hofes in Eschede als Schulungs- und Veranstaltungsstätte verboten. Auf Grundlage der Niedersächsischen Bauordnung sei diese Nutzung ab sofort untersagt, weil keine erforderliche Baugenehmigung vorliege, teilt der Landkreis mit. „Die baulichen Anlagen auf dem betreffenden Grundstück wurden ohne Genehmigung für Veranstaltungen und Schulungen hergerichtet und genutzt."

Der sogenannte „Heimathof“ ist seit mindestens 1992 ein Treffpunkt rechtsextremer Organisationen. Dort kommen Neonazis unter anderem zu sogenannten Ernte- und Sonnwendfeiern zusammen. Der Landesverband der Partei NPD (heute: Die Heimat) Niedersachsen hat das Anwesen 2019 von seinem Mitglied Joachim Nahtz gekauft.

Aufgrund eines besonderen öffentlichen Interesses hat der Landkreis zudem die sofortige Vollziehung der Nutzungsuntersagung angeordnet, wie es hieß. Dies bedeute, dass ein möglicher Widerspruch gegen die Verfügung keine aufschiebende Wirkung hat. Zudem sei die Beseitigung einzelner baulicher Anlagen angeordnet worden. Gegen die Entscheidungen können Rechtsmittel seitens des Eigentümers eingelegt werden.

Unser „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“ und andere Initiativen gegen Rechtsextremismus in der Region demonstrieren  bereits seit 2008 gegen die rechtsextremen Treffen auf dem Hof. Wir fordern seit Jahren seine Schließung.

Wir sind erfreut über den Beschluss des Landkreises Celle. Er ist auch überfällig. Eine für den 21. Juni geplante Demonstration, die sich ursprünglich gegen eine „Sonnwendfeier“ auf dem Hof richten sollte, fand trotz der neuen Verfügung statt.

Trotz der Meldung vom Landkreis können wir noch nicht komplett entwarnen. Eine Person aus dem rechtsextremen Umfeld ist nämlich auf den Hof gezogen. Somit stellt sich die Frage, ob das Verbot auch für private Veranstaltungen gilt. Der frühere Besitzer des Hofes, der NPD-Aktivist Joachim Nahtz, hat früher die Sonnwendfeiern oft als „Geburtstagsfeiern“ deklariert.

Vielleicht ist das die neue Taktik der Partei „Die Heimat“. Jemand wohnt fest auf dem Hof und lädt „privat“ ein. So könnten die Nazitreffen weiter auf dem Hof stattfinden, getarnt als Familienfeiern, Gartenpartys, Sommerfeste etc.

Wilfried Manneke

„Du siehst ja gar nicht jüdisch aus."

Diesen Satz hat Tanya Raab schon oft gehört. Doch was soll es überhaupt heißen, „jüdisch auszusehen"? Warum halten sich in Deutschland noch immer falsche Vorstellungen über Jüdinnen und Juden?

In ihrem Buch Shalom zusammen! geht Tanya Raab diesen 
Fragen nach. Die Lesung mit anschließendem Gespräch lädt 
dazu ein, junges jüdisches Leben in Deutschland besser 
kennenzulernen, Fragen zu stellen und miteinander ins 
Gespräch zu kommen.

Zum ersten Mal kommt die Autorin mit ihrem Buch in den 
Landkreis Celle.

Ort:

Evangelisches Bildungszentrum Hermannsburg, Lutterweg 16,
29320 Südheide

Zeit:

Sonntag, 9. August 2026, 17.00 Uhr


Veranstalter:

Arbeitskreis Christen und Juden
Hermannsburg

Pastor i.R. Wilfried Manneke & Christoph von der Ohe